Prionen auch in Niere und Leber - Keine Gefahr für Verbraucher
(dpa) - Prionen, zu denen auch die Erreger des Rinderwahnsinns BSE zählen, können unter bestimmten Bedingungen sogar in Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren von Mäusen gelangen und sich dort anreichern. Ein Team um den Prionenforscher Adriano Aguzzi von der Universität Zürich hatte Mäuse untersucht, die spezifische, schwere Entzündungen in diesen Organen hatten. Ergebnis: Die Prionen wanderten mit Hilfe von Abwehrzellen des Immunsystems in die erkrankten Organe und reicherten sich dort an.
Dies unterstütze die Hypothese, dass sich die Prionen auch im Körper von Nutztieren mit chronischen Entzündungen außerhalb von Nerven- und Lymphgewebe ausbreiten könnten, schreibt das internationale Team in der Online-Ausgabe des US-Fachjournals «Science».
Das bedeute jedoch nicht gleich eine Gefahr für die Verbraucher, weil erst einmal gezeigt werden müsse, dass ein solcher Ausbreitungsweg auch bei Rindern vorkommen kann, erläuterte Neuropathologe Walter Schulz-Schaeffer von der Universität Göttingen auf Anfrage der dpa. «Innereien älterer Tiere fallen zudem unter die Definition des Risikomaterials und dürfen nicht auf die Ladentheke gelangen.» Die Erreger des Rinderwahnsinns BSE gelten als Auslöser der neuartigen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) des Menschen.
Nach Angaben der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) in Kulmbach dürfen in Deutschland nur Leber und Nieren von Jungrindern verkauft werden, die bis zu 24 Monaten alt sind. Auch BSE-Tests sind in Deutschland erst bei über 24 Monate alten Rindern vorgeschrieben. Allerdings war im vergangenen Jahr auch Fleisch älterer Rinder ohne Test auf dem Markt gekommen.
Die Arbeit von Aguzzi sei jedoch für die Forschung interessant, weil sie einen neuen Verbreitungsweg der Prionen aufzeige, sagte Schulz-Schaeffer. «Die entzündeten Organe enthalten ähnliche Strukturen wie das Lymphgewebe.» Dort könnten sich die Prionen anreichern.
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