Bundesministerium fördert die Suche nach neuen Antibiotika
Tübinger Forscher erhalten 1,2 Millionen Euro im Verbundprojekt GenBioCom
Infektionskrankheiten sind weltweit die Todesursache Nummer eins. Dies ist nicht nur in der Dritten Welt ein Problem. Auch in den Industrienationen sind Infektionen auf dem Vormarsch, die vielfach durch multiresistente Erreger verursacht werden und kaum mit verfügbaren Antibiotika therapiert werden können. Deshalb besteht ein großer Bedarf an neuen und optimierten Medikamenten. Die meisten Antibiotika im klinischen Einsatz stammen von Naturstoffen ab, die von Lebewesen produziert werden. Besonders Mikroorganismen haben sich in der Vergangenheit als wichtige Hersteller für bioaktive Naturstoffe bewährt. Tübinger Wissenschaftler um Prof. Wolfgang Wohlleben vom Lehrstuhl für Mikrobiologie/Biotechnologie nutzen das Erbgut von Bodenbakterien, um darin die Herstellungsanleitungen für neue Wirkstoffe, insbesondere Antibiotika, zu identifizieren. Mit Hilfe neuer Sequenziertechnologien ist es nun erstmals möglich, jeweils das gesamte Erbgut einer Vielzahl von Bakterienstämmen auf die Fähigkeit zur Herstellung derartiger Substanzen zu untersuchen. Die Forscher können außerdem durch genetische Veränderung der Mikroorganismen bewirken, dass diese auch neue, veränderte Substanzen und damit potenziell geeignete Wirkstoffe produzieren. Dies wäre über eine chemische Herstellung häufig nicht möglich oder zumindest unwirtschaftlich.
Neben der Arbeitsgruppe von Prof. Wohlleben sind am Projekt GenBioCom die Tübinger Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stephanie Grond aus der Organischen Chemie, von Prof. Dr. Lutz Heide aus der Pharmazie sowie von Dr. Tilmann Weber aus der Mikrobiologie beteiligt. Der Verbund umfasst darüber hinaus Forscher der Universitäten Bielefeld, Bonn, Freiburg sowie der Hochschule Esslingen, dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung Jena sowie der Industrieunternehmen Insilico Biotechnology AG, Stuttgart und Bioviotica GmbH, Dransfeld.
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