Trifunktionaler Antikörper Ertumaxomab zerstört effektiv Tumorzellen mit niedriger Her2-Expression
TRION Pharma GmbH gab die Ergebnisse einer Studie bekannt, die die Fähigkeit des trifunktionalen Antikörpers Ertumaxomab untersuchte, Tumorzellen mit niedriger und hoher Her2-Expression zu zerstören. Dabei wurde Ertumaxomab mit Trastuzumab verglichen, einem Antikörper, der für die Behandlung von Brustkrebs mit hoher Her2-Expression zugelassen ist.
Unter Bedingungen, die für Trastuzumab optimal waren, zeigten beide Antikörper eine vergleichbare Effektivität bei der Vernichtung von Tumorzellen mit hoher Her2-Expression. Aber nur Ertumaxomab war in der Lage, Krebszellen mit niedriger Her2-Expression zu zerstören. Zudem war Ertumaxomab auch bei einem ungünstigen Verhältnis von Effektor- zu Zielzellen noch aktiv, d.h. wenn im Vergleich zur Anzahl der Tumorzellen wesentlich weniger immunologisch aktive Zellen vorhanden sind; ähnlich der Situation, die man bei Tumoren typischerweise vorfindet. Bemerkenswerterweise wurde die zytotoxische Aktivität von Ertumaxomab durch die Anwesenheit von Trastuzumab nicht beeinträchtigt, was darauf hinweist, dass beide Antikörper unterschiedliche Epitope erkennen. Bislang gibt es keine zugelassene, Her2-spezifische Antikörpertherapie für Brustkrebspatientinnen mit niedriger Her2-Expression.
Schon bei einer minimalen Konzentration von 1ng/ml Ertumaxomab wurden Tumorzellen effektiv vernichtet. Die Tumorzell-Lyse war dabei abhängig von der Bindung an Her2. Anders als Trastuzumab induzierte Ertumaxomab eine Th1-typische Freisetzung von Zytokinen, u. a. von IL-2, IL-6, TNF- und IFN-. Dies zeigt, dass Ertumaxomab sowohl immunologische Effektorzellen stimulieren als auch eine zelluläre Zytotoxizität auslösen kann. Diese Wirkung wurde bei verschiedenen Tumorzelllinien beobachtet, u. a. auch bei Zellen mit niedriger Her2-Expression.
"Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse der Studie. Sie belegen erneut den einzigartigen Wirkmechanismus unserer trifunktionalen Antikörper und ihr Potenzial, Tumorzellen schon bei niedrigsten Dosierungen effektiv zu vernichten. Außerdem übertrifft Ertumaxomab den etablierten, monospezifischen Antikörper, da seine Wirkung nicht auf Krebszellen mit hoher Her2-Expression begrenzt zu sein scheint", sagte Horst Lindhofer, Geschäftsführer von TRION Pharma. "Ertumaxomab könnte eine neue Antikörper-basierte Therapieoption für Brustkrebspatientinnen mit hoher sowie niedriger Her2-Expression bieten. Beispielsweise für Patientinnen, die bislang nicht für eine Behandlung mit Trastuzumab in Frage kommen oder nach einer solchen Behandlung einen Rückfall erleiden."
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