Britischer «Dolly»-Schöpfer beantragt Klon-Lizenz für Embryonen
London (dpa) - Ian Wilmut, Schöpfer des Klonschafs Dolly, hat offiziell eine Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen beantragt. Nach Angaben des Wissenschaftlers vom Dienstag will er auf diesem Wege Therapien gegen tödliche Nervenleiden entwickeln. «Dies schulden wir den Menschen, die jetzt daran leiden, und denen, die in Zukunft daran leiden werden», sagte Wilmut. Er versicherte, sein Team wolle keine geklonten Babys produzieren. Die Embryonen würden sich im Rahmen der Forschung nur sechs Tage entwickeln und dann zerstört.
Mit den Versuchen will Wilmut untersuchen, wie bei den so genannten Motoneuronerkrankungen Nervenzellen zerstört werden, die Muskeln steuern. Zu den Motoneuronerkrankungen zählt unter anderem das unheilbare Nervenleiden ALS (amyotrophe Lateralsklerose), an dem auch der britische Physiker Stephen Hawking erkrankt ist.
So genanntes therapeutisches Klonen zu Forschungszwecken ist in Großbritannien seit 2001 legal. Die für die Vergabe der entsprechenden Lizenzen zuständige Behörde für Menschliche Fortpflanzung und Embryologie hatte eine ähnliche Erlaubnis wie die von Wilmut angestrebte bereits im August erteilt. Ein Sprecher der Behörde hatte im Vorfeld bereits gesagt, der Antrag des Professors werde «sorgfältig geprüft».
Wilmut arbeitet am Roslin-Institut im schottischen Edinburgh. Mitte der 80er Jahre wandte sich der Forscher dem Klonen zu, der künstlichen Reproduktion bereits existierender Lebewesen. Zusammen mit dem Zellbiologen Keith Campbell hatte Wilmut 1995 seinen ersten Erfolg mit der neuen Methode: Die aus Embryo-Zellen geklonten walisischen Bergschafe Megan und Morag wurden geboren. Das nächste Experiment war 1996 das Klonschaf Dolly.
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