Experten rechnen erst Ende 2005 mit deutschem Biotech-Börsengang

11.05.2004

FRANKFURT (dpa-AFX) - Während sich derzeit in Deutschland nach langer Pause gleich mehrere Unternehmen auf einen Börsengang vorbereiten, müssen die Anleger wohl noch bis Ende 2005 auf das nächste IPO aus der Biotechnologie-Branche warten. Die Experten auf der diesjährigen Biotechnologie-Konferenz in Frankfurt, die von der DVFA, der DZ-Bank und der Deutschen Börse organisiert wurde, haben aber höhere Ansprüche an die zukünftigen Börsenaspiranten als noch zu Zeiten des Biotech-Booms vor wenigen Jahren.

Neben einer stärkeren Professionalisierung des Managements fordern sie die nötige kritische Masse an, um am Kapitalmarkt ausreichend Liquidität in den Aktien zu bieten. "Das Emissionsvolumen sollte mindestens bei 50 Millionen Euro liegen", sagte Axel Pohlücke von der DZ Bank, zuständig für Fusionen und Übernahmen. Insgesamt könnte es nach seiner Schätzung in diesem Jahr branchenweit eine zweistellige Zahl an Börsengängen in Deutschland geben.

"Generell wollen die Investoren bessere Qualität zu niedrigeren Preisen, wobei die speziellen Risiken wie auch die Chancen eines Unternehmens bereits im Emissionspreis berücksichtigt sein sollten", sagte Markus Manns von Union Investment. Manns, der sowohl Biotech- wie auch Pharmafonds betreut, möchte als Investor mehrere Produkte in der klinischen Entwicklung sehen: "Eine Biotech-Firma ist nur IPO-fähig, wenn sie Phase II-Studien mit Effizienzdaten abgeschlossen hat", sagte Manns.

"Ein Unternehmen kann erfolgreich sein, wenn es Wirkstoffe in Phase I und Phase II hat und der Nachschub an weiteren Wirkstoffen nicht nachlässt", sagt Clemens Doppler von der Venture Capital Gesellschaft 3i. "Das ist das, was wir gerne sehen, ob wir es dann finanzieren können, ist eine andere Frage."

Um das Vertrauen der Anleger in die Branche wieder zu gewinnen, sollten Altaktionäre wie Firmengründer ihre Aktien nicht vor dem Börsengang verkaufen, sondern sie bis zum Abschluss der vor der Markteinführung stehenden klinischen Phase III behalten, fordert Manns. "Warum sollen Investoren ein Papier kaufen, wenn die Altaktionäre sich von den Anteilsscheinen trennen?", unterstreicht der Fondsmanager seine Position.

Dabei sei der Börsengang nicht das Ziel, sondern erst der Anfang für die zukünftigen Börsenneulinge: " Patentfragen müssen geklärt werden, Quartalsberichte verfasst und Misserfolge wie auch Chancen richtig kommuniziert werden", umreißt Elmar Maier, Vorstand für die Geschäftsentwicklung bei GPC Biotech nur einen Teilbereich der Aufgaben eines börsennotierten Unternehmens. Bei der Biotechnologiekonferenz der DVFA hatte sich die noch nicht börsennotierten Biotech-Unternehmen wie Epigenomics, Intercell, Jerini, Micromet und Wilex den Anlegern zu präsentieren.

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