Saar-Uni koordiniert europäisches Forschungsprojekt zu seltenen Anämien
Weltweit leiden etwa 1,6 Milliarden Menschen an Blutarmut – rund zehn Prozent der Betroffenen sind an seltenen Formen der Anämie erkrankt. Diese Varianten der Erkrankung eindeutig zu erkennen, ist kaum oder gar nicht möglich, da passende Diagnoseverfahren bislang fehlen. Abhilfe soll nun ein neues Forschungsvorhaben (CoMMiTMenT) schaffen, bei dem Wissenschaftler daran arbeiten, seltene Anämien mit bildgebenden Verfahren besser zu identifizieren. Koordiniert wird das Projekt von Lars Kaestner am Institut für Molekulare Zellbiologie der Universität des Saarlandes. Die Europäische Union fördert die Arbeit für fünf Jahre mit sechs Millionen Euro.
Die genauen Zusammenhänge zwischen molekularen Ursachen und klinischen Symptomen bei Blutarmut sind nur unzureichend erforscht, etwa bei der bekannten Sichelzellanämie. „Wir wollen die zellulären Ursachen und Funktionsweisen bei den seltenen Formen der Anämie verstehen, um so Ansätze für neue, auf den Patienten zugeschnittene Therapien zu entwickeln“, erklärt Lars Kaestner,Leiter der Forschungsstelle für Molekulares Imaging und Screening am Institut für Molekulare Zellbiologie der Universität des Saarlandes. Kaestner wird zusammen mit seinem Team das neue europäische Forschungsprojekt von Homburg aus koordinieren. „Die Besonderheit des Vorhabens liegt darin, dass wir spezielle bildgebende Technologien derart kombinieren, dass molekulare Defekte einzelner roter Blutzellen sichtbar gemacht werden können“, sagt Kaestner weiter. Oft seien bei Anämie-Patienten zum Beispiel Transportkanäle in den Blutzellen verändert. Sie könnten daher als charakteristisches biologisches Merkmal zur Diagnose herangezogen werden.
Am Projekt CoMMiTMenT (Combined Molecular Microscopy for Therapy and Personalized Medication in Rare Anaemias Treatments) sind neben der Arbeitsgruppe um Kaestner Forscherkollegen aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien beteiligt. Die Projektpartner arbeiten in klinischen und akademischen Einrichtungen sowie in technologieorientierten Unternehmen. Dabei sind Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung eng miteinander verzahnt.
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