Den Baum des Lebens berechnen: Masterstudiengang „Bioinformatik“ ab Wintersemester 2010/11 an der Universität Jena
In der Wissenschaft wird heute fast durchweg englisch gesprochen. Wissenschaftliche Publikationen - gerade in den Naturwissenschaften - werden nahezu ausschließlich in Englisch verfasst und auch in den meisten Studiengängen gibt es Vorlesungen in englischer Sprache. Doch nicht alles, was in der globalisierten Wissenschaftswelt englisch oder amerikanisch aussieht, kommt auch von der Insel oder aus Übersee: „Bioinformatics“ zum Beispiel. „Dabei handelt es sich um ein Lehnwort aus dem Deutschen bzw. Niederländischen, da auch die Wissenschaftsdisziplin Bioinformatik in Europa verwurzelt ist“, weiß Prof. Dr. Sebastian Böcker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Lehrstuhlinhaber für Bioinformatik organisiert gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Stefan Schuster von der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät den neuen Masterstudiengang „Bioinformatik“, den die Universität Jena ab Wintersemester 2010/11 erstmals anbietet.
An der Universität Jena ist die Zusammenarbeit zwischen Biologen und Informatikern besonders intensiv. „Dass wir in Jena mit einer starken Biologie und einer starken Informatik zwei sehr tragkräftige Säulen für den Studiengang haben, ist ein großer Vorteil“, betont Böcker. Schließlich sind die Verflechtungen zwischen beiden Bereichen das Fundament der noch jungen Wissenschaft. „In der Biologie gibt es inzwischen viele Bereiche, in denen so viele Daten anfallen, die nur noch mathematisch zu bewältigen sind“, beschreibt Böcker das Aufgabenfeld der Bioinformatik. „Ohne Computerunterstützung würde die Entschlüsselung von Genomen Jahrhunderte dauern. Bioinformatiker entwickeln die Werkzeuge zur Auswertung der Daten: Algorithmen, Datenstrukturen und Programme.“
Weiterer Forschungsschwerpunkt ist etwa die Stammbaumrekonstruktion von Lebewesen. „Bioinformatiker arbeiten beispielsweise am sogenannten Supertree - ein großer Stammbaum, der alle kleineren zusammenfasst“, so der Jenaer Bioinformatik-Experte. „Die vielen Verzweigungen zwischen den Arten sind ohne mathematische Hilfsmittel nur schwer darstellbar.“
Ähnlich vielfältig wie die Forschungsbereiche sind auch die Berufsaussichten. Bioinformatiker arbeiten heute vor allem in der Forschung - sowohl an Hochschulen als auch in der freien Wirtschaft. So beschäftigen vor allem Biotech- oder Pharmaunternehmen Absolventen dieses Studienfaches. Aber auch im Consultingbereich haben sie gute Chancen.
Als Zugangsvoraussetzung für das Masterstudium dieser Schnittstellenwissenschaft an der Universität Jena gilt ein abgeschlossenes Bachelorstudium in diesem Fach. Natürlich sind auch fachspezifische Kenntnisse der englischen Sprache unabdingbar.
Bewerbungen für den neuen Masterstudiengang sind bis 15. Juli möglich.
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