Raketenzündung für Start-up „CrystalsFirst“
Marburger Start-up schafft es ins Accelerator-Programm MassChallenge Switzerland
MassChallenge ist eines der weltweit renommiertesten Start-up Accelerator-Programme. Die amerikanische Gründerschmiede mit Standorten in den USA, Israel, Mexiko und der Schweiz ermöglicht Start-ups ein hochkarätiges Mentoring-Programm und exklusiven Zugang zu starken Investoren aus der ganzen Welt. 76 Start-ups aus 34 Ländern haben es in diesem Jahr in das Accelerator-Programm MassChallenge Switzerland geschafft – eines davon ist das Marburger Unternehmen „CrystalsFirst“, an dessen Ausgründung die Philipps-Universität maßgeblich beteiligt ist.

Dr. Janis Müller, Prof. Dr. Gerhard Klebe, Alexandra Seiffermann, Dr. Stefan Merkl, Christian Rötz, Dr. Serghei Glinca, Anna Trodler und Bernd Scheld von „CrystalsFirst“ freuen sich über die Aufnahme ins renommierte Accelerator-Programm MassChallenge Switzerland.
Henrik Isenberg
950 Start-ups aus der ganzen Welt haben sich für das Programm am Standort Lausanne beworben, nur acht Prozent davon wurden ausgewählt. „Das ist ein echter Ritterschlag für ein Start-up“, sagt Dr. Serghei Glinca, Chief Executive Officer und Co-Founder von CrystalsFirst. „Die Einladung in das Accelerator-Programm ist für uns eine Evaluierung unseres Urteilsvermögens über das, was der Markt gerade braucht“, sagt Dr. Stefan Merkl, Chief Scientific Officer und Co-Founder. Ab Juni erhält das Team von „CrystalsFrist“ über einen Zeitraum von vier Monaten hochkarätiges Feedback namhafter Industrievertreter zu seinem Geschäftsmodell. Höhepunkt des Programms ist der sogenannte „Demo Day“ – eine Veranstaltung, die Gelegenheit bietet, Investoren aus der ganzen Welt das eigene Start-up zu präsentieren. Darüber hinaus können die teilnehmenden Teams insgesamt eine Million Schweizer Franken Preisgeld gewinnen. „Das gesamte Programm ist darauf ausgelegt, das Wachstum des Start-ups immens zu beschleunigen. Entwicklungsstufen, für die Start-ups in der Regel Jahre benötigen, werden hier auf vier Monate zusammengeschmolzen“, sagt Glinca. Um für das Programm ausgewählt zu werden, müssen die Start-ups großes Potenzial für echte gesellschaftliche Veränderung aufweisen.
„CrystalsFirst“ ist ein Partner für Pharma-Unternehmen, die innovative Arzneimittel entwickeln wollen. Es nutzt eine neu entwickelte Methodik zur Stabilisierung von Proteinkristallen, und kann so die Prüfung von Arzneistoffkandidaten auf ihr Wirkungspotential gegenüber den bisher üblichen Suchverfahren erheblich beschleunigen. Dabei kommen Methoden zur Medikamentenentwicklung zur Anwendung, die über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gerhard Klebe am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg entwickelt worden sind. Klebes Arbeitsgruppe beschäftigt sich vor allem mit der Methodenentwicklung in der Arzneistoffsuche und -entwicklung und gilt als Vorreiter des sogenannten Struktur- und Fragment-basierten Wirkstoffdesigns. In seiner Arbeitsgruppe wurden unter anderem Anwendungen wie DrugScore, Relibase oder ComSIA entwickelt, die weltweit in der Wirkstoffforschung eingesetzt werden. „Dass CrystalsFirst ins Programm aufgenommen wurde, ist daher eine wichtige Bestätigung, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“, sagt Klebe. „Ohne die umfassenden Vorarbeiten und die Expertise der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Klebe wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, sagt Glinca.
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