Viren als dienstbare Geister: EU-Forschungsprojekt „NEUGENE“ erhält 3 Millionen Euro Fördermittel
Wie lassen sich Viren noch besser im Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz und Parkinson einsetzen? Die wissenschaftliche Untersuchung dieser Frage steht im Mittelpunkt von NEUGENE. Das EU-Projekt soll wichtige Grundlagen für die Anwendung von Viren als Transportmittel für Wirkstoffe in der Behandlung bei neurodegenerativen Erkrankungen erarbeiten. Bei NEUGENE handelt es sich um ein technologieorientiertes Projekt an der Schnittstelle von Grundlagen- zu anwendungsorientierter Forschung. Es soll wichtige Grundlagen für die klinische Anwendung der viralen Vektortechnologie bei neurodegenerativen Erkrankungen erarbeiten.
Bislang ist es nur wenigen Forschergruppen in Europa gelungen, die virale Vektortechnologie weiterzuentwickeln, um deren klinischen Einsatz am Menschen in der Zukunft in optimaler Weise möglich zu machen. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die dazu bisher entwickelten Ansätze eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen hatten.
Die Europäische Kommission fördert das Forschungsprojekt NEUGENE mit drei Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Leitung und Koordination von NEUGENE hat die Universitätsmedizin Göttingen. Koordinator des Projektes ist Professor Dr. Mathias Bähr, Direktor der Abteilung Neurologie, der wissenschaftliche Leiter ist Dr. Sebastian Kügler, ebenfalls Abteilung Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen. Die Administration des Projekts liegt beim Geschäftsbereich Internationale Beziehungen/EU-Liaison Office for Life Sciences der UMG (Leitung: Christiane Hennecke).
NEUGENE zielt auf die Optimierung viraler Vektoren, die die Grundlage gentherapeutischer Anwendungen bilden. Rekombinante Viren auf Basis von adeno-assoziierten Viren und Lentiviren werden dahingehend „maßgeschneidert“, dass sie zum einen ihre Genfracht wesentlich zielgenauer in bestimmte Zelltypen des Zentralnervensystems einbringen, als dies derzeit möglich ist. Außerdem soll erreicht werden, die Expression der Transgene den Bedürfnissen des individuellen Patienten entsprechend zu regulieren. Zudem sollen Risiken und mögliche Nebenwirkungen der Vektoren bei gleichzeitig verbesserter Anwendungsfähigkeit minimiert werden.
An NEUGENE beteiligt sind insgesamt sechs Arbeitsgruppen aus verschiedenen europäischen Forschungsinstitutionen: die Universitätsmedizin Göttingen, die Eidgenössisch Technischen Hochschule (EPFL) in Lausanne (Schweiz), die Universität Lund (Schweden), das Royal Holloway and Bedford College in London (GB), das Commissariat à L’Energie Atomique in Orsay (Frankreich) und die Firma Oxford Biomedica, Oxford (GB).
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