Gen "An" oder "Aus": Die Macht der molekularen Schalter
Clinical Science Award 2004 für PD Dr. Ulrich Mahlknecht vom Universitätsklinikum Heidelberg
Bestimmte Schlüsselproteine kontrollieren als molekulare Schalter auf verschiedene Art und Weise, welche Gene aktiv sind. So lässt sich mit dem Protein HDAC3 (humane Histon-Deacetylase 3) ein entscheidender Signalweg innerhalb der Zelle blockieren: Wird der Informationsfluss entlang des so genannten p38-Signalwegs nämlich nicht gebremst, so führt dies zu akuten Entzündungserscheinungen und zum Fortschreiten z.B. von Blutkrebserkrankungen.
Diesen Zusammenhang konnte PD Dr. Ulrich Mahlknecht, Oberarzt der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, nachweisen. Für seine Forschungsarbeiten, veröffentlicht im Journal of Immunology, erhielt der Experte für Blut- und Krebserkrankungen den Clinical Science Award 2004 der Deutschen Gesellschaft für Immuntherapie.
Eine weitere Funktion des Schlüsselproteins machen sich die Heidelberger Ärzte und Wissenschaftler bereits im Rahmen klinischer Studien bei der akuten Leukämie zunutze: Als so genannter epigenetischer Regulator beeinflusst die Histondeacetylase, welche Gene der Erbsubstanz abgelesen werden und damit aktiv sind. Bei der akuten Leukämie bewirkt das Protein jedoch, dass bestimmte Gene zu stark unterdrückt werden. Dadurch können die Blutzellen nicht reifen und die Blutkrebserkrankung entwickelt sich.
"Zusätzlich zur Standardtherapie setzen wir Substanzen ein, die epigenetische Regulatoren wie HDAC unterdrücken", erklärt PD Dr. Ulrich Mahlknecht. Die Experten verfolgen dabei zwei Ziele: Zum einen sollen die Wirkmechanismen der Schlüsselproteine weiter untersucht werden. Außerdem versuchen die Experten mit dieser neuen Therapieform, die kranken leukämischen Zellen sozusagen genetisch zu korrigieren. Die krankhaft abgeschalteten Gene werden wieder abgelesen, sodass unreife bösartige Leukämiezellen zu gesunden Zellen ausreifen können.
Originalveröffentlichung: Mahlknecht et al., The Journal of Immunology 2004, 173, 3979-90.
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