Weltweit kleinster Düsenantrieb entwickelt
Winzige Röhre, die durch Flüssigkeit saust, schafft es ins Guinnessbuch der Rekorde
Dr. Samuel Sánchez ist begeistert, gleich wie beim letzten Mal, als er den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekam für den kleinsten Düsenantrieb, der jemals entwickelt wurde. Sánchez ist Wissenschaftler am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, wo er die Nanoroboter-Forschungsgruppe leitet. Der 37-Jährige hat zusammen mit seinem Kollegen Xing Ma aus China einen Antrieb entwickelt mit einem Durchmesser von nur 220nm – ca. 200 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Durch den Düsenantrieb, der eigentlich eine Nano-Röhre ist, fließt keine Luft wie bei einem Flugzeug, sondern Flüssigkeit. Der Harnstoff, den Sánchez verwendet, reagiert dabei mit den Enzymen, die sich an der Innenseite der Röhre befinden, und diese biokatalytische Reaktion schiebt die Röhre an wie ein Düsenantrieb.

Harnstoff reagiert mit den Enzymen, die sich an der Innenseite der Röhre befinden, und diese biokatalytische Reaktion schiebt die Röhre an wie ein Düsenantrieb.
© MPI-IS

Dr. Samuel Sánchez ist begeistert, gleich wie beim letzten Mal, als er den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekam für den kleinsten Düsenantrieb, der jemals entwickelt wurde.
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Röhre fließt durch Harnstoff
Im Jahr 2010, als Sánchez Erfindung das erste Mal im Guinnessbuch der Rekorde erschien, war die Nano-Röhre noch dreimal so groß und sie funktionierte nur in Wasserstoffperoxid – eine giftige Flüssigkeit, um Haare zu bleichen oder Oberflächen zu desinfizieren. Selbstverständlich würde diese Röhre niemals in einem menschlichen Körper eingesetzt werden. Nun, da die noch kleinere Röhre durch Harnstoff fließen kann, der im Körper natürlich vorkommt, könnte sie laut Sánchez bei der Behandlung von Patienten zum Einsatz kommen.
„Wir hoffen sehr, dass unsere Nano-Röhre eines Tages durch den Körper eines Menschen wandern kann, um Medikamente dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Ähnlich wie ein Paketlieferservice. Oder, indem wir an der Spitze eine Nadel anbringen, sticht unsere Röhre in eine Krebszelle hinein und zerstört sie“, hofft Dr. Samuel Sánchez, der zusätzlich zu seiner Tätigkeit in Stuttgart ein Professor am Institut für Bioingenieurwissenschaften in Katalonien ist.
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