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Morbus McArdle
Der Morbus McArdle (McArdle-Myopathie, McArdle-Krankheit, McArdle-Syndrom), auch als Glykogenspeicherkrankheit Typ V (GSD5) bezeichnet, ist eine Glykogenspeicherkrankheit die 1951 von dem Kinderarzt Brian McArdle (1911-2002) erstmals beschrieben worden ist[1]. Zu Grunde liegt ein Defekt der in der Skelettmuskulatur vorkommenden Isoform des Enzyms Glykogenphosphorylase, die auch als Myophosphorylase bezeichnet wird. Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt. Weiteres empfehlenswertes Fachwissen
PathogeneseBei Patienten mit dieser Erkrankung liegt eine Energieverwertungsstörung vor. Der Speicherung und Bereitstellung des Energieträgers Glucose in der Muskulatur dient das Polysaccharid Glykogen. Die Funktion der Myophosphorylase besteht darin, aus dem Glykogen Glukosereste zu mobilisieren und somit im Rahmen der anaeroben Glykolyse oder des oxidativen Zitronensäurezyklus zur Energiegewinnung verfügbar zu machen. Ist diese Entspeicherung der Glukose durch einen Enzymdefekt gestört, kommt es zu einer Anhäufung von Glykogen sowie, insbesondere bei starker Beanspruchung, zu einer Energieunterversorgung der Muskulatur. SymptomatikSymptome treten im jungen Erwachsenenalter auf. Charkteristisch sind eine verminderte Belastbarkeit der Muskulatur (Myasthenie), Muskelschmerzen (Myalgien), Muskelversteifungen und Krämpfe. Die Beschwerden entstehen entweder nach kurzfristiger schwerer Beanspruchung der Muskulatur (Krafttraining, Tragen schwerer Lasten), oder nach weniger schweren, aber lang andauernden Belastungen (Laufen, Wandern). Moderate Muskelbelastungen können hingegen über eine relativ lange Zeit ohne nennenswerte Beschwerden aufrechterhalten werden. Viele Betroffene berichten, dass ein Pausieren nach den ersten Auftreten von Symptomen, zu einer anschließend guten und beschwerdearmen Muskelbelastbarkeit führt. Dieser Effekt ist chrakteristisch und wird im Englischen als Second-Wind-Phenomenon bezeichnet. Manche Patienten berichten ferner über eine Dunkelfärbung des Urins nach körperlicher Belastung. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Muskelabbauprodukten im Harn (Myoglobinurie) als Resultat der verstärkten Muskelschädigung (Rhabdomyolyse), da durch den Energiemangel die Gewebsintegrität der Muskulatur nicht aufrechterhalten werden kann. In schweren Fällen kann die Myoglobinurie zu einem akuten Nierenversagen führen. DiagnoseAls unspezifisches Zeichen der Muskelschädigung ist die Blutkonzentration der Kreatinkinase (CK) insbesondere nach körperlicher Beanspruchung erhöht. Weiterhin bestehen Erhöhungen des Ammoniak- und Harnsäurespiegels. Belastungen unter anaeroben Bedingungen führen nicht zu einem Anstieg des Laktats im Blut, sondern zu einem starken Anstieg des Ammoniaks. Dies kann auf eine Störung des Glykogenabbaus in der Muskelzelle hinweisen, ist aber kein pathognomonisches Zeichen für die McArdle-Erkrankung, denn ähnliche Befundkonstellationen finden sich auch bei anderen enzymatischen Störungen des Glykogenabbaus. In der Muskelbiopsie ist histologisch in der PAS-Färbung eine vermehrte Glykogeneinlagerung in die Muskelfasern nachweisbar. Häufig besteht eine selektive Atrophie der Typ-I-Muskelfasern. Als typisch gelten subsarkolemmale Vakuolen sowie eigentümliche Störungen des intermyofibrillären Netzwerks in der NADH-Färbung, die sogenannten Linearisierungen. Enzymhistochemisch ist die Aktivität der Phosphorylase deutlich reduziert oder aufgehoben.[2] Die Diagnose kann gegebenenfalls durch molekulargenetische Untersuchungen zum Nachweis einer PGYM-Mutation weiter erhärtet werden.[3] TherapieEine ursächliche Therapie steht bisher nicht zur Verfügung. Bei dauerhafter Schwäche der Muskulatur kann Physiotherapie sinnvoll sein. Ganz im Vordergrund steht jedoch der Versuch der diätetischen Beeinflussung durch die gezielte Zufuhr von Glukose oder Fruktose kurz vor oder während körperlicher Belastungen.[4] Durch Ausdauertraining unterhalb der anaeroben Schwelle kann eine deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit erreicht werden [5] Eine niedrigdosierte Behandlung mit Kreatin ging in einer kleinen klinischen Studie mit einer signifikanten Verbesserung der Muskelbeschwerden im Vergleich zu Placebo einher.[6] Die Lebenserwartung ist nicht wesentlich beeinträchtigt LiteraturEinzelnachweise
Kategorien: Stoffwechselkrankheit | Erbkrankheit |
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Morbus_McArdle aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |