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Adam HammerJohann Adam Hammer (* 27. Dezember 1818 in Mingolsheim; † 4. August 1878 in Bad Griesbach im Schwarzwald) war ein Militärarzt, Professor, Revolutionsteilnehmer, 1848er, Auswanderer, Republikanisches Parteitagsmitglied in Missouri, Gründer mehrere medizinischen Hochschulen in St. Louis, Medizinischer Leiter und Ausbilder. Erster Arzt in Mannheim, der 1847 unter Narkose operiert und die Narkose zur Entbindung verwendet. Erster Arzt, der 1876 den Herzinfarkt am lebenden Menschen diagnostizierte. Weiteres empfehlenswertes Fachwissen
FamilieAdam wurde als erstes von elf Kindern [2] geboren. Sein Vater Wilhelm war von Beruf Geometer /Feldmesser und im Krieg Kanonier, seine Mutter war Margaretha geborene Ganther. Am 15. Februar 1846 heiratete der katholische Adam in Mannheim die evangelische Helene Leip aus Alzey. Die Ehe blieb kinderlos. Lebenslauf1830 - 1837 Besuch des großherzoglichen Gymnasiums in Bruchsal 1837 - 1842 Medizinstudium an der Universität Heidelberg [3] 1839 Vater Wilhelm Hammer wanderte nach Verlust seiner Anstellung [4] mit vier Kindern in die Vereinigten Staaten aus. 1840 Auswanderung der Großeltern Wilhelm (im 70. Lebensjahr!) und Magdalena (sowie seiner beiden Onkels Johann Adam und Michael Hammer) in die Vereinigten Staaten zu ihrem Sohn Wilhelm in Ohio. 1842 - 1845 Militärarzt im Mannheimer Dragonerregiment „von Freystedt Nr.2“ 1845 Mitbegründer der „deutsch-katholischen Gemeinde Mannheim“ 1845 - 1848 Ärztliche Privatpraxis in Mannheim 1846 Gründungsmitglied des Mannheimer Turnvereins. Im gleichen Jahr am 8. November 1846, gründete Hammer neben Friedrich Hecker und Gustav Struve den „Verein zur Beförderung des Wohls der arbeitenden Classen“ [5] Am 10. Februar 1847 nahm er als erster Arzt [6] in Mannheim (dritter in Deutschland) eine (Schwefel-)Narkoseäther Operation vor. Acht Tage später, am 18. Februar 1847, setzte er die Narkose erfolgreich für eine schmerzfreie Geburt ein. 1847 Militärarzt im Schweizer Sonderbundskrieg. Nach der Niederlage der konservativen Kantone und der Auflösung des Sonderbundes, folgte im Winter 1847 eine Hungersnot. Zusätzlich führten die aufkeimenden politischen Unruhen zur Märzrevolution 1848. In der Badischen Revolution ist er ein Hauptmann in einem Mannheimer Freikorps und Adjutant des Kommandanten Franz Sigel. Im März 1848 forderte er zusammen mit Franz Sigel und Gustav Struve die Soldaten der Mannheimer Garnison zur Desertion auf, damit sie nicht gegen das Freikorps eingesetzt werden könnten. Kurz vor dem Heckerputsch (April 1848) forderte Hammer auf einer Versammlung der entschiedenen Republikaner, der „Ganzen“, vehement die Abschaffung der Monarchie und Einführung einer demokratischen Republik. Wegen dieser Agitationen musste Hammer im April 1848 Mannheim verlassen und nach Straßburg flüchten, wo er Vorstandsmitglied eines republikanischen Flüchtlingskomitees war. Um einer Verhaftung zu entgehen, emigrierte er gemeinsam mit Hecker [7] wie viele andere Forty-Eighters am 5. September 1848 von Straßburg aus weiter zu dem englischen Hafen Southampton. Die Überfahrt in die Vereinigten Staaten erfolgte am 20. September mit dem Dampfschiff „Hermann“. Nach zwei Wochen auf See war am 4. Oktober 1848 die Ankunft in New York City. [8] Hammer ließ sich am 28. Oktober 1848 in St. Louis / Missouri, nieder und eröffnete eine Arztpraxis. 1850 - 1872 Mitglied der „St. Louis Medical Society“ 1853 Aufenthalt in Europa. Studien an den Universitäten Paris (Promotion) und Würzburg 1854 Eintritt in die „Republikanische Partei“ In seiner Wahlheimat St. Louis gründete er mehrere medizinische Hochschulen, (u. a. ein Humboldt Institut) die aber keinen langen Bestand hatten. Er widmete sich bis 1866 der Aus- und Weiterbildung von Medizinern. 1855 - 1856 St. Louis College of Medical und Natural Sciences. 1856 - 1861 Hospital für Arme in St. Louis. Im Dezember 1857 erwarben die Brüder von Adam Hammer (Karl und Philipp) die 1852 von Georg Schneider gegründete Bavarian Brewery, welche sich in finanziellen Schwierigkeiten befand. 1858 nahmen sie Adam Hammer als Partner auf und überließen sie ihm im November 1858 komplett. Als Alleinbesitzer erkannte Hammer schnell, dass er nur mit einem Teilhaber das Unternehmen zu weiterem Erfolg bringen kann. In Dominic Urban fand er einen Partner und firmierte so dann die Brauerei unter dem Namen „Hammer und Urban“. Zusammen sanierten sie die Brauerei auf den neusten Stand der Technik. Die dafür notwendigen Kredite konnten Hammer und Urban mit ihren guten Beziehungen zur Finanzwelt in St. Louis ohne Schwierigkeiten erhalten. Zum Jahresende 1859 betrug der Bierausstoß 3200 Barrel was einem Volumen von 508800 Liter entsprach. Die Produktion des Bieres überstieg jedoch die Nachfrage und so mussten sie 1860 Konkurs anmelden. Eberhard Anheuser [9] hatte zuvor ein Vermögen von 90 000 $ der Firma als Kredit zur Verfügung gestellt, kaufte nun die gesamte Brauerei auf [10] und brachte sie zu einem blühenden Unternehmen. (1879 [11] wurde die Brauerei in Anheuser-Busch Brewing Association umbenannt und 1919 nochmals auf Anheuser-Busch, welche später mit ihrem Markenbier Budweiser bis heute weltweite Bekanntheit erlangte.) 1860 war er Mitglied der Delegation beim republikanischen Nationalkonvent in Chicago. Bestellung zum „assistant elector“ bei der Nominierung Abraham Lincolns zum Präsidentschaftskandidat. Er setzte sich vehement für den Bestand der Union ein. Daneben gebührt ihm das Verdienst, der amerikanischen Medizin entscheidende Impulse gegeben zu haben. Der Erhalt der deutschen Sprache und Kultur in den USA war ihm eine Herzensangelegenheit. Im US-Bürgerkrieg, April 1861 wurde er Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) des 4. Missouri Regimentes. 1862 Mitglied der „Emanzipationsgesellschaft St. Louis“. 1862 - 1865 „Brigade suregon“ Militärarzt in der Unionsarmee. Ärztliche Leitung des „Marine Hospital“ und des „Refuge Hospital“ in St. Louis Nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst widmete er sich der Organisation von Lazaretten. 1866 - 1869 „Humboldt Medical 1 College St. Louis“. 1869 - 1872 Professor am „Missouri Medical College in St. Louis“. 1872 - 1876 Leben in Zurückgezogenheit in St. Louis Wegen eines langanhaltenden Streites mit der „Medical Society“ St. Louis, als deren Präsident er mehrere Jahre fungierte, kehrte er wie eine Reihe seiner Gesinnungsgenossen, enttäuscht von den Vereinigten Staaten wieder nach Europa zurück. Im Mai 1876 diagnostizierte er in Wien als erster den Herzinfarkt an einem lebenden Menschen! 1877 Rückwanderung nach Deutschland, Eröffnung einer chirurgische Praxis in Wiesbaden. Adam Hammer stirbt am 4. August 1878 während eines Kuraufenthaltes in Bad Griesbach (Schwarzwald) medizinische Pionierarbeit
Werke
Literatur
Bemerkungen/Quellen
Kategorien: Militärarzt | Chirurg | Mediziner (19. Jahrhundert) |
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Adam_Hammer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |